Die Palantiri

Die Palantiri (Quenya: >Die fernhin Sehenden<) waren Kristallkugeln, geschaffen von den Noldor in Eldamar. Im Zustand der Ruhe sahen sie aus, als beständen sie aus massivem schwarzem Glas, schwer und vollkommen glatt. Die kleinsten maßen etwa einen Fuß im Durchmesser, doch einige waren viel größer und konnten von einem Mann allein nicht hochgehoben werden.

Der Meisterstein befand sich im Turm von Avallone, doch die Eldar machten Amandil von Andunie sieben Palantiri zum Geschenk. Die Palantiri zeigten Szenen, die weit weg entfernt in Raum und Zeit lagen, insbesondere Dinge in der Nähe eines anderen Palantirs, so dass sie zur Verständigung benutzt werden konnten. Eine Person mit starkem Willen konnte lernen, den Palantir zu beherrschen und mit ihm einen Blick auf den Ort und die Zeit werfen, die er sehen wollte.

Beim Untergang von Numenor brachte Elendil die Palantiri nach Mittelerde und verteilte sie in seinem ganzen Reich. Den obersten Palantir stellte er in der Sternenkuppel zu Osgiliath auf; dieser Stein konnte als einziger alle anderen erreichen. Die anderen wurden in Minas Ithil, Minas Anor, Orthanc, Annuminas, Elostirion auf den Turmbergen und im Turm von Amon Sûl aufgestellt.

Nach dem Fall Elendils nahmen die Eldar den Palantir der Turmberge, der nur zu den Landen der Unsterblichen blickte, zurück in ihre Hut und von Zeit zu Zeit pilgerten die Eldar zu den Turmbergen, um auf Eldamar und Valinor zu blicken. Dieser Palantir wurde mit der letzten Fahrt der Ringhüter im Jahre 3021 des dritten Zeitalters an Bord des weißen Schiffes übers Meer gebracht.

Der Palantir von Amon Sûl war lange umstritten zwischen Rhudaur und Cardolan, denn es war der Hauptstein des Nordkönigreichs und die anderen zwei waren im Besitz von Arthedain und der Eldar. Im Jahre 1409 D.Z. wurde der Turm von Amon Sûl von Angmar zerstört, doch Arthedain gewann den Palantir zurück und brachte ihn nach Fornost. Die Palantiri von Amon Sûl und Annuminas blieben in Fornost bis zum Untergang von Arthedain, in dessen Verlauf sie bei dem Schiffsunglück verloren gingen, bei dem Arvedui ums Leben kam.

Als Osgiliath während des Sippenstreits niedergebrannt wurde, ging der dort aufgestellte Palantir in den Fluten des Anduin verloren und wurde nie mehr gesehen.

Der Palantir von Minas Ithil fiel in die Hände der Nazugul, als diese die Stadt 2002 D.Z. einnahmen und Sauron nahm Besitz davon. Dies machte den Gebrauch der anderen Palantiri, ins besonderes des Steins von Minas Anor, mit dem der Ithil-Stein in enger Übereinstimmung stand, gefährlich.

Der Ithil-Stein wurde vermutlich bei der Zerstörung Barad-Dûrs am Ende des dritten Zeitalters vernichtet.

Den Palantir von Minas Anor benutzen die Könige und Statthalter von Gondor nach dem Fall von Minas Ithil nicht mehr, bis zur Zeit des Rinkrieges, als Denethor II, verzweifelt nach dem Tod seiner Frau, das Gefühl hatte, er bräuchte das Wissen, dass der Palantir ihm geben konnte, um Saurons Aufmarschpläne zu erkunden. Doch Sauron verfälschte Denethors Visionen und umschattete seinen Geist, so dass der Statthalter während der Schlacht auf dem Pelennor dem Wahnsinn verviel und sich selbst verbrannte, mit dem Palantir in den Händen. Danach war das Einzige, was in diesem Stein zu sehen war, sofern der Benutzer nicht einen sehr starken Willen besaß, das Bild zweier Hände in Flammen.

Der siebte Palantir, der von Orthanc, blieb im dritten Zeitalter lange unbenutzt. Im Jahre 2759 kam Saruman nach Orthanc, um den Stein zu suchen, doch in dem er hinein schaute, geriet er in Saurons Bann. Während des Rinkrieges warf Grima den Orthanc Stein aus dem Turm und Aragorn nham ihn an sich. Als rechtmäßiger Besitzer des Steins entrang er ihn dem dunklen Herrscher und unterwarf ihn seinem eigenen Willen. Mit dem Palantir von Orthanc entdeckte Aragorn viele Dinge, einschließlich der Flotte der Korsaren, die sich Gondor näherte und mit diesem Wissen plante er die Dinge, die zum Sieg des Westens bei der Schlacht auf dem Pelennor führten. Nach dem Rinkrieg benutzte Aragorn den Stein, um in seinem Reich nach dem Rechten zu sehen.

Auch die sehenden Steine, die sieben Steine und sie sieben Sichtsteine genannt.